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Ein Lob der Einschränkung

Der gestrige Black Friday hat mich über das Gegenteil des massenhaften Konsums – nämlich den Verzicht darauf – nachdenken lassen. Was verändert sich, wenn man eine Zeit lang auf etwas verzichtet? Fehlt es? Ersetzt man es? Gibt es Nebeneffekte? Überraschungen?

Ich kaufe seit Beginn des Jahres keine Kleidung. Am interessantesten ist für mich einer der Nebeneffekte: ich kombiniere meine Kleidungsstücke anders, werde experimentierfreudiger und mutiger.

In der Feldenkrais-Methode setzen wir Einschränkungen sehr gerne ein, da sie ein altbewährtes Instrument in der Toolbox des Lernens sind.

Aus der Not entstehen nicht nur tolle Erfindungen – sondern sie helfen uns auch, unser Gehirn auszustricksen. Denn das greift gerne auf jene Muster zurück, die altbewährt sind. Altbewährt ist aber nicht immer gut. Mache ich eine Bewegung aus Gewohnheit immer falsch, wird es langfristig zu Schmerzen und Beschwerden führen.

Uns interessiert, wie Bewegungen organisiert werden. Wie steht jemand auf, wie setzt sie sich nieder, wie geht sie, läuft sie. Nutzt sie dabei ihren gesamten Körper oder nur Teile davon? Nehmen Teile des Körpers nicht mehr an Bewegungen teil? Warum?

Und ja: wir stellen viele Fragen.

Warum? Weil Feldenkrais eine Lernmethode ist und Fragen dem Lernen zuträglicher sind als Antworten.